H.H. Capor

Aging

Aging — Antiaging ist ein Schlagwort unserer Zeit. Der Ausdruck einer Gesellschaft, die einem Ideal hinterherläuft, ohne zu wissen, was sie vom Erreichen dieses Ideals überhaupt zu erwarten hat. Geht es uns wirklich nur um ewige Jugend und zeitlose Schönheit? Oder suchen wir nach einer Möglichkeit, unsere Endlichkeit zu überwinden?

 

Capor hat sich Zeit seines künstlerischen Schaffens mit dem jungen weiblichen Körper beschäftigt. Antrieb dafür waren stets die gleichen Faktoren: Faszination von Schönheit und Jugend und Angst vor ihrem Verlust. Mit zunehmendem Alter gerät diese Verlustangst immer weiter ins Zentrum seiner Arbeiten. Dem Bild der jungen Frauen wird eine neue Aufgabe zugeschrieben — vom erotischen Objekt zur Spiegelung seiner vergangenen Jugend und seines eigenen Altwerdens. Capor stellt sich selbst ins Bild und wird die Hauptfigur seiner Projektionen.

 

Das überwinden des Alterns — Antiaging - ist kein Tabu mehr. Es ist in, chic und Teil eines öffentlichen Siegeszuges über die Unzulänglichkeiten des eigenen Körpers. Was das echte Tabu dieser Thematik ausmacht, ist das Akzeptieren des Alterns, sein Sichtbarmachen durch die Gegenüberstellung von alt und jung.

 

 

H.H. Capor

 

Hermann Capor, geboren in Wien. 1966 Abschluß einer Fotolehre, 1981 Beginn der künstlerischen Tätigkeit. Künstlerische Ausbildung durch Friedl Kubelka- Bondy, Herlinde Kölbl, Hermann Stamm, Heinz Cibulka und Nan Goldin. Seit 1997 Mitarbeiter und Kurator der Fotogalerie Wien. Seit 1981 Beteiligung an diversen Gruppenausstellungen, ab 1984 regelmä├čig Personalausstellungen.
Organisation von kulturellen Projekten (z.B.: Brasilien, Libanon), Teilnahme an Foto Festivals (z.B.: Aleppo, Biennale in Teneriffa), sowie Leitung von Vorträgen und Workshops (z.B.: Polycollege Wien und Universidad de los Andes in Bogota, Kolumbien).

 

 
 
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